neues vom trickser

oder über meine vergangene Zukunft

mama, di salati! Mai 14, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — neuesvomtrickser @ 9:57

Ich bin wieder hier, dachte daran euch mit unglaublichen Zahlen zu verblüffen, wollte einfach mal die biertrinkenden Menschen auf dem Weg zur arbeit zählen, oder die Überwachungskameras. Wollte meinen russischen Gedicht Band in Bilder übertragen, immernoch, das Electroalbum produzieren und und und….geworden ist nur Frühling…

Aber ich habe andere Dinge gemacht, ich habe Kuchen gebacken, wenn das mal nichts ist. Ausserdem habe ich festgestellt das man hier manchmal Brot bekommt, mit dem Herstellungsdatum von Morgen. Oder das unser Lift maximal zulässig ist für entweder 4kg oder 320 Personen. Naja, wohl deswegen soll er auch im Juni überarbeitet werden. Das bedeutet dann Treppensteigen, bis in den 9. Stock.

Ansonsten denke ich viel über das Leben nach, gestern dachte ich man müsse doch unbedingt, jenem seltsamen Mann mit Gitarrenkasten und buntem Schal zulächeln, man hat doch nur eine Chance, sicher sieht man ihn nie wieder. Man muss unbedingt sogar dem großen, hageren Mann der dort zum Bus rennt hinterherschauen, sonst ist er weg. Und wenn man diese kleinen Dinge im Leben verpasst, hat man eigentlich schon das ganze Leben verpasst.

Nichts verpasst hat man wenn man keine Schlaflähmung kennt. Ich hab das vorgestern Nachts das erste mal erlebt. Ich war totmüde von der Arbeit gekommen, hatte von 7 bis 12 geschlafen, dann zu nächtlicher Stunde ein Essen gemacht, und um 1 weiter geschlafen. Dann jedoch von unruhigen Träumen verfolgt. Immer halbwach. Und dann geschah das grausame, ich wachte auf, weil im Flur Licht war, jemand war in die Küche gegangen, ich wollte etwas rufen, klopfen, irgendetwas machen. Es ging nicht. Ich war gelähmt. Keine Stimme, kein Murmeln, kein Brummen, kein Klopfen…nichts. Es ging gar nichts, mich überkam fast eine Art Panik. Aber ich bin wohl nach 30 Sekunden wieder eingeschlafen. Das erlebte kann ich aber nichtmal ansatzweise verarbeiten.

Wie grausam muss es sein, im Wachkoma zu liegen, alles zu verstehen aber sich nicht rühern zu können. Oder um die Ecke gedacht. Manchmal habe ich das Gefühl mein Geist ist im Wachkomazustand. Er weiss genau, was er wie mit Gott oder Menschen regeln müsste. Aber irgendwie im entscheidenden Moment geht nichts, einfach gelähmt, kein Wille, keine Kraft und kein Weg, z.B. zu beten….Früher hab ich mich dann unheimlich unchristlich gefühlt, ich mein man kann doch nich einfach z.B. Sonntag nich in den Gottesdienst gehen, nur weil man sich 200% nich passend fühlt?! Inzwischen bin ich aber der Meinung das man ruhig mehr auf seinen eigenen Geist schauen sollte, als auf z.B. „was denken dann die anderen von mir“….klar soll man das nich zur Gewohnheit werden lassen. Aber ich denke doch 2mal gerne in den Gottesdienst gehen ist besser als 4mal aus Zwang und schlechtem Gewissen. Aber ich schweife ab, nein nicht wirklich, ich meine ich komme an anderen Ecken als gedacht hervor.

Lege mich zur Ruh, und summe „ich bin ein Gast auf Erden“,und hoffe auf gute Träume.

 

3 Responses to “mama, di salati!”

  1. Pater-Brown Says:

    Wie lernt man es milde mit sich selber umzugehen und dennoch sich aufzufordern, „du meine Seele, Singe“?

  2. Ludwig Says:

    Der vorletzte Satz ist schön. Der Rest des Textes auch, aber der Satz hat Poesie und Klang.

    Das mit dem halbwachen und nichts tun können hat ich auch schon, aber im Allgemeinen am Ende eines Albtraums. Und dann nicht da rauszukommen kann einem ganz schön zusetzen.

  3. sil Says:

    die gitarrenkastenmännern gucken gern so zurück, als ob ihnen das lächeln eigentlich nichts aus macht. (oder ist uns das egal!)
    das geistige wachkoma, so ne innere trennung von wollen und tun ist ein sog, aus dem man mit glück ab und zu einen schritt herausgeht. am schönsten ist immer der moment hinterher, wenn man merkt, dass der schritt objektiv ziemlich unbedeutend ist. (man kennt die alternative ja nicht, die existiert nur in gedanken) bin mir nicht so sicher mit dem nicht zur gewohnheit werden lassen, wenn du wirklich „nach deinem geist“ gehst, sind nicht-zum-gottesdienst-gehen und zum-gottesdienst-gehen beides gewohnheitsbrecher, abwechselnd, bis vorurteile und negative erfahrungen und vorbehalte überhand gewinnen und die jeweils andere seite der medaille wiedermal gewinnt. so leben wir im freistil. juchei
    erzähl mir mal von deinen vorstellungen für die electroproduktion!

    machts gut, :)


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