neues vom trickser

oder über meine vergangene Zukunft

Vorsicht, heiß und fettig Dezember 31, 2008

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…..(gab es diese Überschrift nicht irgenwann schon?)

Montag letzte Woche, mein erster Tag. Zuerst einmal verschlafe ich. Wenn das kein guter Anfang ist. Ich wache auf und habe noch 35min Zeit bis ich an einer Metrostation sein soll. Man braucht aber eigentlich 45min. Dadurch das ich das aufstehen einfach weglasse, und direkt losgehe, nein eher renne. Schaffe ich es doch, sage und schreibe nur 5min zu spät zu kommen.
Dann, wie so mehrmals hier im täglich Leben, in eine Schlange stellen. Diesmal um Tickets für die Elektritschka zu kaufen. Ein Mann spricht mich an und sagt mir das ich wie Harry Potter aussehen würde, naja, wenn es sonst weiter nichts ist?
Müde steige ich in den Vorortszug, der mich nochmals 45min nach Pavlovsk bringt. Gerade als ich ein wenig träume (schließlich ist es draußen noch stockdunkel) fühle ich mich furchtbar geblendet. Von einer LED-Leselampe, mit biegbarem Stiel. Einen Moment befürchte ich in eine Kontrolle der Miliz geraten zu sein, stelle aber bald fest das der Mann der jedem mit dieser Lampe vor der Nase herumfuchtelt, diese nur verkaufen will.
Am Bahnhof werde ich von einem Mädchen abgeholt, das vor einigen Jahren in Deutschland FSJ gemacht hat und deswegen gut Deutsch kann. Wir laufen zusammen zum Kinderheim.
Die Kinderheime sind staatlich, das heißt das vom Staat, Betten, Essen und Pflege erledigt wird. Mehr nicht. Für eine Gruppe mit 13 Kindern gibt es eine Pflegerin.
Dann arbeitet in diesen Kinderheimen aber noch eben diese Organisation mit welcher ich da bin. Sie kümmert sich um Spielzeug, Ergo und Psychotherapie, Freiwillige, die mit den Kindern spielen und spazieren gehen, so wie ich. Da es vom Staat aus diese Dinge gar nicht geben würde. Die Verhältnisse sind auf jeden Fall gravierend anders als in Deutschland, so richtig geschockt bin ich aber nicht. Vielleicht habe ich in Rumänien schon genug gesehen, oder verstanden das es mehr hilft die Zähne zusammen zu beißen anstatt ewig betroffen zu sein. Wobei es mich auf jeden Fall zum nachdenken bringt. Da arbeite ich mit 13 Kindern die nicht sprechen, sich teilweise nicht selber von einer Seite auf die andere drehen können. Sehe ihre Bedürfnisse, was sie zufrieden macht, beruhigt und auf der anderen Seite wieviel mehr ich immer verlange. Spass, Frieden, Wissen, Kultur…was auch immer. Da fällt mir der Prediger ein, der all diese Dinge, als ein haschen nach Wind bezeichnet. Auf jeden Fall etwas um weiter darüber zu denken und zu beten. Ich meine alles was wir zu glauben über Gott zu wissen, alles was wir gelesen haben, in der Bibel, in einem christlichen Buch. Wie wichtig sind all diese Dinge wirklich? Was bleibt davon am Ende? Ist es nicht die Beziehung zu Gott allein? Worum geht es in unserem Glauben wirklich? In der Essenz? Um Segen, Frieden, Freude, Vertrauen, Werke, Sünde, Schuld, Himmel?
Da ich noch keinen Gesundheitspass hatte, durfte ich erstmal nur 2Stunden bleiben und fuhr direkt wieder zurück nach Petersburg. Dort war am Wochenende etwas ehrwürdiges geschehen. Die Stadt hatte 2 neue Metrostationen bekommen. Baubeginn war vor 20 Jahren. Dort fuhr ich nun hin und war äußert erfreut teil einer neuen Gemeinschaft zu sein. Die Gemeinschaft der ehrwürdigen Bewunderer. Normalerweise ist ja in den Metrostationen immer Hektik, Stimmengewirr. Es liegt Unruhe in der Luft.
In diesen Stationen ist es aber anders. Es ist ruhig, keiner wagt es laut zu reden. Alte Männer gehen andächtig mit hinter dem Rücken verschränkten Armen zwischen den Säulen umher und staunen. Man fühlt sich wie in einem Museum.
Nun ja, und heute an Weihnachten, habe ich Kuchen gebacken, und die ganze Wohnung duftet dadurch herrlich. Aber der Kuchen leider inzwischen alle.

Ansonsten gibt es nur verwirrende Neuigkeiten, die man vielleicht einfach noch nicht zu ernst nehmen sollte. Da ist zum einen der Fakt das unsere Wohnung nur für eine Person gemeldet ist, wir aber zu dritt hier sind, aber niemand noch Geld übrig hat. Außerdem die Tatsache das niemand wissen soll das ich Ausländer bin, da diese immer als „reich“ gelten. Nun ja, dann noch der nette Eintrag in meinem Visa, der mir sagt das ich von 6 Monaten nur 3 in Russland bleiben darf. Wenn ich mir nicht eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung hole. Diese gibt es nur vom Kinderheim, welches aber zur Zeit schon mehr als Probleme hat. Da wegen der Krise ein Sponsor, der monatlich 2500€ gegeben hat, abgesprungen ist, wird im Januar schon nur mit absoluter Minimalbesetzung gearbeitet. Naja, und da ich nun mal vn weit her komme, darf ich noch bleiben. Wie die Sache dann in 2 Monaten aussieht weiss aber im Moment niemand.
Nun ja, nun habe ich aber erstmal frei, neues Jahr, und fahre aufs Land….allen ein frohes Neues. Mein Herz ist echt mit vielen, wo ich gespannt bin wies bei euch weitergeht, in vielen Sachen…hoffe man hört und liest voneinander…nur fehlt mir grad die Kraft direkte Dinge zu sagen…..leider

 

One Response to “Vorsicht, heiß und fettig”

  1. Astrid Dietrich Says:

    Hey Mausi, sei nicht traurig, dass du grad keine Kraft hast, das ist echt normal und wäre es anders, wärs echt komisch. aber ich danke dir, dass du so offen bist, darüber zu schreiben…
    Astrid


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